Pressemeldung/Rückschau: Frühjahrskonzert des Mandolinenorchestern 27.03.2026

Zum Frühlingskonzert lud das Mandolinenorchester der Wandergesellschaft “Frisch Auf” Münster in die evangelische Kirche. Die filigran gezupften Musikstücke sind nicht jedes Jahr zu hören.
Münster – “Nessun dorma – Keiner schlafe!” ist einer der bekanntesten Zitate aus der Oper “Turandot”. Bei ihrer Einleitung übertrug Antje Rosenberger, die Leiterin des Mandolinenorchesters der Wandergesellschaft “Frisch Auf” Münster, den berühmten Satz, den auch schon Pavarotti und Bocelli schmetterten, als humorvolle Aufforderung ans Publikum. Das war allerdings weit davon entfernt, kurz wegzunicken, denn das jüngste Frühlingskonzert in der evangelischen Kirche kam äußerst kurzweilig und unterhaltsam daher. Der erste Teil widmete sich vor allem klassischen Stücken wie “Dein ist mein ganzes Herz” oder “Serenata Semplice”, im zweiten Teil wurde es modern und rhythmisch, wie beim “Tango Blanco”, “Top of the Pops” oder “We love Mandolin”. Die rund 20 Musiker setzen sich wie immer aus einer Spielgemeinschaft mit dem Mandolinenclub Wiebelsbach zusammen. Die Kooperation ist bereits mehr als 20 Jahre alt. Weil in Münster kein Jugendorchester existiert, ist man bei “Frisch Auf” stets daran interessiert, dass sich Gitarren-, Mandolinen-, Mandola- oder Kontrabassspieler melden und einsteigen. Selbst wer auf einer Geige musiziert, ist willkommen, da das Instrument ähnlich wie eine Mandoline gestimmt ist.
“Wir versuchen jährlich ein großes Konzert, was aber nicht so einfach ist. Manchmal klappt es nur alle zwei Jahre”, berichtet Rosenberger, die ihre Aufgabe als Leiterin schon seit 18 Jahren versieht. Der letzte große Auftritt vor heimischem Publikum fand 2024 statt. 2025 wurde eine Reise samt Konzert im Vogtland umgesetzt. Die Region ist bekannt für ihre vielen Mandolinen- und Gitarrenbauer. Die Stücke für das Frühlingskonzert suchte wie gewohnt in der Mehrzahl die Dirigentin aus, manchmal kommen Vorschläge vom Orchester. Schon zwei Stunden vorher traten die Musiker(innen) zum Einspielen an. “Mit kalten Händen spielt es sich in diesen Tagen nicht so gut”, hieß es treffend. Besonders der “Blumenwalzer” von Tchaikovsky ragte aus dem Programm, was an dessen höchst abwechslungsreichen Passagen liegt. Folglich war das Einstudieren des Werkes nicht ganz so leicht. Es verfehlte seine Wirkung nicht, genauso wie das Versprechen, dass das Konzert den Frühling im Gepäck trägt. Am Sonntag schien die Sonne in Münster und Groß-Umstadt, wo die Spielgemeinschaft im Pfälzer Schloss zum Frühlingskonzert zweiter Teil antrat.
Reporter: Michael Just